
Chronologie bedeutender Daten aus der
Geschichte der Stadt Schässburg
zusammengestellt von Dr. Michael Kroner
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Schässburg 1666 Stich von H.J. Scholtenberger Aus: "Alt und neue teutsche Dacia" von Johannes Tröster |
| 1191 |
bzw. 1198 werden in den Chroniken des 17. Jahrh. als Gründungsjahr von Schässburg angegeben. Um diese Zeit dürfte das Gebiet um Schässburg mit deutschen Kolonisten besiedelt worden sein. |
| 1241 |
Mongoleneinfall. Damals dürfte auf dem Burgberg eine Befestigung gestanden haben. Sie wurde ständig vergrössert, so dass gegen Ende des 14. Jahrh. auch das untere Burgplateau von einem Mauerring und Wehrtürmen umgeben war. Am süd-östlichen Fusse der "Burg" ("Obere Stadt") entstand frühzeitig der Stadtteil "Untere Stadt" mit eigenem Marktplatz. |
| 1298 |
Erste Urkundliche Erwähnung von "Schespurch" im Zusammenhang mit der Gewährung eines Ablasses für die Marienkirche der Predigermönche, der späteren Klosterkirche. |
| 1300 | Die ungarische Bezeichnung "Segusvar" belegt. |
| 1302 | Graf Vasmundus und sein Sohn Michael die ersten namentlich bekannten Schässburger. Um 1319 Schässburg als "Castrum Sex" genannt. |
| 1337 | Erste Erwähnung des Schässburger Stuhls. |
| 1345 |
-1400 Auf den Mauern einer romanischen Saalkirche (heute Gruft) wird der hochgotische Chor der Bergkirche gebaut. 1429 - 1489 wird an den Chor die dreischiffige spätgotische Halle unter Einbeziehung des spätromanischen Westturmes angebaut. |
| 1376 | Zünfte in Schässburg erwähnt. Aus dem 14. Jahrh. verschiedene Zunftstatuten bekannt. Für das 15 Jahrh. 18 Gewerbe belegt. |
| 1395 | ist ein Goldschmied Stadtrichter. |
| 1402 |
Nicolaus Castroschez (=Castrum Sex = Schässburg) studiert an der Universität in Wien. Von 1402-1520 studieren in Wien, Krakau und an anderen Universitäten 95 Studenten aus Schässburg. |
| 1438 | Türkeneinfall. |
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| 1447 | Jahrmärkte in Schässburg genannt. |
| 1461 | Spital und Armenhaus genannt. |
| 1484 | -1515 Die Klosterkirche wird zur dreischiffigen Hallenkirche umgebaut. |
| 1488 | Älteste bekannte Bevölkerungszählung. Schässburg hat 600 Wirte, 20 Sedler (Heute würden wir Mieter sagen), 3 Stadtdiener, 2 Mühlenbesitzer, 9 Arme, 4 Hirten. |
| 1506 | Aussätzigenspital (Siechhof) erwähnt. |
| 1522 | Erste Nachricht über einen Schulmeister und Bademeister. |
| 1526 | Erste Erwähnung einer Nachbarschaft in Schässburg. |
| 1532 | Älteste Darstellung von Schässburg auf der Siebenbürgen-Karte von Johannes Honterus. |
| 1538 | Religionsgespräch in Schässburg betreffend die Reformation. |
| 1577 | Grosser Brand in der Bayergasse. |
| 1579 | Neubau der Schule.Theateraufführung durch die Schüler. |
| 1593 | Grosse Überschwemmung durch den Schaaser Bach, der damals durch die untere Stadt floss. |
| 1595 | Apotheke genannt. |
| 1599 | Grosser Brand in der Unteren Stadt. |
| 1599 | -1606 Die Stadt wird wiederholte Male durch die Truppen Sigismund Bátorys, durch Szekler und das Heer des österreichischen Generals Basta geplündert. |
| 1603 | Pestepidemie - 2000 Opfer. |
| 1606 | Verlegung der Schule, die zu einem Gymnasium ausgebaut worden war, auf den oberen Burgberg und Bau der sogenannten "Bergschule". |
| 1609 | 413 Wirte in Schässburg. |
| 1631 | Georg Rákoczi in der Bergkirche zum Fürsten gewählt. |
| 1646 | -1648 Grosse Pestepidemien - angeblich 6469 Tote. |
| 1648 | Erste Erwähnung der Turmuhr, die ein Johann Kerschel repariert. |
| 1654 | Bau der Schülertreppe. |
| 1658 | Achatius Barcsai in Schässburg zum Fürsten gewählt. |
| 1661 | Pest - 620 Tote. |
| 1676 | (30. April) Grosser Brand. 624 Häuser und 120 Maierhöfe eingeäschert. |
| 1677 | Die Baumeister Veit Gruber aus Tirol, Philipp Bonge aus Salzburg und der Zimmermeister Valentin bauen den abgebrannten Stundenturm in der heute bekannten Form wieder auf. |
| 1684 | Gründung der Gymnasialbibliothek durch den Rektor Martin Kelp. |
| 1704 | Die Kuruzzen plündern Schässburg. Letzter Überfall der Stadt. |
| 1709 | Pestepidemie - 4000 Tote |
| 1771 | Grosse Überschwemmung. |
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| 1784 | Erwähnung einer rumänischen Schule. |
| 1788 | Grossbrand vernichtet ein Drittel der Stadt. - 1787 Bau der orthodoxen Kirche im Stadtviertel Cornesti. |
| 1792 | - 1811 Neubau der Bergschule. |
| 1818 | Gründung des Handelshauses I.B. Misselbacher. |
| 1843 | Gründung Musikalische Gesellschaft und der ersten mechanischen Weberei (Löw). |
| 1847 | Gründung eines Gewerbevereins. |
| 1848 1849 |
Revolution und Bürgerkrieg. In Schässburg bildet sich eine Bürgerwehr, um die Stadt vor Überfällen zu Schützen. 31.Juli 1849 Schlacht bei Schässburg zwischen dem russischen Heer unter General Lüders und dem ungarischen Revolutionsheer unter General Josef Bem. In der Schlacht fällt der ungarische Dichter Sándor Petöfi und der deutsche Publizist Anton Kurz sowie der russische Oberst Skariatin. Für letzteren wird 1852 auf dem Schlachtfeld ein Denkmal errichtet. |
| 1851 | Schässburg hat 7206 Seelen, davon 4411 Sachsen. Grosse Überschwemmung des Schaaser Baches. |
| 1862 | Verlegung des Schaaser Baches in sein jetztiges Bett unterhalb der Stadt. |
| 1863 | Turnhalle an Stelle des abgerissenen Goldschmiedeturms gebaut. |
| 1872 | Eröffnung des Eisenbahnverkehrs. Erste Zeitung: "Schässburger Anzeiger". |
| 1873 | Eröffnung der städtischen Gewerbeschule. |
| 1874 | Neubau des Stadthauses und der sogenannten "Mammutbrücke". |
| 1876 | Auflösung des Sachsenbodens und damit des Schässburger Stuhls. Schässburg wird Vorort des Grosskokler Komitats. |
| 1877 | Umbau der Spitalskirche in eine Mädchenschule. |
| 1879 | Es erscheint der "Grosskokler Bote". |
| 1880 | 8788 Einwohner. |
| 1882 | Gründung einer Maschinenfabrik und Eisengiesserei. 1886-1888 Abriss des alten Dominikanerklosters und Bau des Komitatsgebäudes. |
| 1889 | Bau der reformierten Kirche. |
| 1894 | Bau der katholischen Kirche. |
| 1895 | Anlage eines Eisplatzes. |
| 1896 | - 1902 Bau des neuen Spitals in der Albertstrasse. |
| 1898 | Eröffnung der Schmalspurbahn Schässburg - Agnetheln und des Museums "Alt-Schässburg" im Stundenturm. |
| 1900 | 10868 Einwohner. "Schässburger-Zeitung" beginnt zu erscheinen. |
| 1901 | Neubau der Bergschule. |
| 1903 | Elektrizitätswerk gebaut. |
| 1904 | Lehrerinnenseminar gegründet. |
| 1909 | Ausbetonierte Schwimmschule eröffnet. |
| 1910 | verteilt sich die Einwohnerzahl nach Nationalitäten wie folgt: 5486 Deutsche, 3031 Rumänen, 2687 Ungarn |
| 1912 | Eröffnung des Hotels "Zum goldenen Stern" |
| 1919 | 6. Nov. Vierter Sachsentag in Schässburg. |
| 1923 | Eröffnung des rumänischen Knabengymnasiums. |
| 1926 | Bau eines Betonwehrs anstelle des Rutenwehrs. |
| 1930 |
Schässburg hat 2440 Häuser, 3180 Familien, 13033 Einwohner, / u. zw. 5236 Deutsche, 4366 Rumänen, 2896 Ungarn, 146 Juden, 336 Zigeuner, 33 Sonstige, / 385 eingetragenen Handels- und Gewerbefirmen. |
| 1932 | Überschwemmung durch die Kokel. |
| 1935 | - 1937 Bau der Betonbrücke über die Kokel zum Bahnhof und der rumänischen orthodoxen Kirche im Park neben der Kokel. |
| 1935 | - 1938 Völkische Auseinandersetztung zwischen den Fabritianern und der DVR ("Dever") mit "Stuhlschlachten" im Stadthaussaal. |
| 1936 | Bau der unitarischen Kirche in der Bahngasse. Einführung der Erdgasheizung. |
| 1940 | Eröffnung der Krankenkasse. |
| 1943 | Mehrere Transporte mit "Freiwilligen" zur Waffen-SS und Deutschen Wehrmacht werden in Schässburg nach Kundgebungen auf dem Gelände des Viehmarktes einwaggoniert. 9.-10. Sept. 1944 Einmarsch der Russen in Schässburg. 14.-15. Jan. 1945 Aushebung und Deportation der arbeitsfähigen Deutschen zu Zwangsarbeit in die Sowjetunion. Der Grossteil erst 1949 entlassen. |
| 1948 | Verstaatlichung der Schulen. Das "Teutsch"- Gymnasium wird aufgelöst und in eine Lehrerbildungsanstalt umgewandelt. Nationalisierung der Industrie und Gewerbebetriebe, der Geschäfte, Apotheken und Banken. |
| 1950 | Nach der neuen Verwaltungsreform wird Schässburg Rayonsvorort des gleichnamigen Rayons. 1968 aufgelöst und dem Kreis Mures unterstellt. |
| 1951 | Bevölkerung: 11718 Rumänen, 5096 Deutsche, 3005 Ungarn. |
| 1955 | Lehrerbildungsanstalt in Lyzeum umgewandelt, 1959 mit dem rumänischen Mädchenlyzeum zusammengeschlossen. Seither bilden die deutschen Klassen bloss eine Abteilung des Lyzeums, das 1972 den Namen "Joseph Haltrich" erhielt.I |
| 1957 | Eröffnung der Fayencefabrik. |
| 1961 | Glasfabrik eröffnet. |
| 1962 | Inbetriebnahme der Konfektionsfabrik "Tirnava". |
| 1966 | 24196 Einwohner. |
| 1970 |
und 1975 Grosse Überschwemmungen durch die Kokel. Holzbrücke weggeschwemmt und Betonbrücke stark beschädigt. Erstere wird 1979 durch eine Betonbrücke ersetzt, letztere 1980 gesprengt. |
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