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Das angebliche "Vlad - Dracu - Haus" an der Ecke Pfarrgässchen
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Wer in Rumänien die Schule besucht und gelebt hat, dem ist Vlad Tepes (der Pfähler) sicherlich ein Begriff, wird der doch im Unterricht und Veröffentlichungen genüsslich als ein Herrscher präsentiert, der mit seinen Widersachern kurzen Prozess machte, indem er sie aufspiesste. Vlad Tepes hat nicht nur Türken, walachische Bojaren, Räuber und andere Feinde auf den Pfahl gezogen, sondern während seines Überfalls von 1495 in Siebenbürgen und im Burzenland, gewütet und Menschen auf die grausamste Weise gemordet und Ortschaften in Schutt und Asche gelegt. Die Sachsen sollen nämlich gegnerische Thronprätendenten von Vlad Tepes beherbergt und unterstützt haben, nachdem er ihnen bestehende Handelsprivilegien in der Walachei beschnitten hatte. Sächsische Überlieferungen und Chronisten haben dafür Sorge getragen, dass das blutrünstige Wüten des walachischen Fürsten im Westen, vor allem in deutschen Landen bekannt wurde. Deutsche Dichter und Chronisten behandelten in ihren Veröffentlichungen ausführlich die Greultaten des Fürsten während seiner Regierungszeit. Inwieweit Bram Stoker, der Autor des Romans "Dracula" (1897), diese Schriften gekannt hat, ist nicht ersichtlich. Es ging ja dem englischen Autor auch nicht darum, einen historischen Roman zu schreiben. Er behandelt auch nicht die Greultaten von Vlad Tepes dem Pfähler, sondern lässt ihn als Vampir auferstehen. Damit behandelt er einen Stoff der südosteuropäischen slawischen und rumänischen Mythenwelt. So kommt es, dass viele Westeuropäer und Amerikaner fälschlicherweise Dracula mit Transylvanien verbinden und natürlich gierig sind, den Spuren des Vampirs zu folgen. Das sind wichtige Devisenbringer und deshalb kommt ihnen das rumänische Touristen-Amt dabei grosszügig entgegen, obwohl den Rumänen das Bild vom Vampir nicht ins Klischee ihres glorifizierten Fürsten Tepes passt. Was hat all das nun mit Schässburg zu tun? Eigentlich gar nix (nichts). In der Route die Touristen "Auf den Spuren Draculas" führt, ist trotzdem auch Schässburg angegeben. Auf dem Burgplatz unweit des Stundenturms haben rumänische Behörden und einige findige Geschäftsleute das Haus Nr. 1 zu einer "Dracula" - Wallfahrtssstätte mit Gasthaus und einer Ausstellung erhoben. Wie sie dazu kommen? Vlad Dracul, der Vater von Vlad Tepes und Begründer des Herrschergeschlechts, hat von 1431 bis 1436 in Schässburg Asyl gefunden und hier auch Münzen prägen lassen. Von Schässburg aus bereitete Vlad Dracul die Beseitigung des walachischen Fürsten Alexandru Aldea vor und bestieg mit Hilfe des ungarischen Königs 1436 den Thron der Walachei, den er bis 1477 innehatte. Der siebenbürgische Wojewode Johannes Hunyadyi liess ihn wegen angeblichen Verrats gegenüber den Türken enthaupten. Aus diesem Asyl haben rumänische Historiker eine "zeitweilige Hauptstadt" ("residenta temporara") gemacht und im besagten Haus die Ausstellung: "Schässburg - zeitweilige Hauptstadt des rumänischen Fürsten Vlad Dracul" organisiert. Wo Vlad Dracul in Schässburg wirklich untergebracht war, ist nicht bekannt. Es gibt keine Beweise, dass er in besagtem Haus auf dem Burgplatz residiert hat, ebensowenig wie es Beweise gibt dass Vlad Tepes möglicherweise dort geboren wurde. Die Wandgemälde stammen aus dem 17. Jahrh. also einige "Jährchen" nach der Zeit Vlad Dracu's. Es ist auch nicht nachgewiesen dass sie den Fürsten darstellen sollen. Rumänische Veröffentlichungen behaupten das die Erinnerung an den walachischen Fürsten im 17. Jahrh. noch soo lebendig gewesen sein sollen. -- Also Kapitalisten aller Länder - vereinigt Euch und investiert in Schässburg denn tausende von Dracula- Begeisterte aus der ganzen Welt würden alles geben um von solch gruselig schönen Geschichten unterhalten zu werden.

Wandgemälde in dem angeblichen "Dracula - Haus"
I N H A L T - Geschichte
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