1. Seilerturm 2. Fleischerturm 3. Kürschnerturm 4. Weberturm 5. Schneiderturm 6. Goldschmidturm
7. Zinngiesserturm 8. Ledererturm 9. Stundturm 10. Schmidturm 11. Fassbinderturm 12. Schlosserturm
13. Schusterturm
Das Verteidigungssystem um den Burgberg, bestehend aus einer Ringmauer von 930m Länge, 14 Wehrtürmen mit 5 Basteien ist im XV.-XVII. Jahrhundert unter dem Druck der immer wieder angreifenden Türken entstanden.
Bis heute sind 9 Türme, 2 Basteien und ein grosser Teil der Mauer erhalten geblieben.
Auf dem obersten Plateaus des Schulberges an der Nord-Westseite, neben der Bergkirche, erhebt sich der Seilerturm. Die bergseitige Mauer des Turmes steht auf der einst mit Zinnen versehenen ersten Befestigungsmauer der Stadt. Der Turm hat zwei Untergeschosse, ein Erdgeschoss und zwei Obergeschosse. Ende des 19.Jh. wurde der Turm zur Wohnung des Friedhofwächters umgebaut.

An der Westseite des Burgberges erhebt sich innerhalb der sogenannten Fleischerbastei der 6eckige Turm. Er steht vor der Aussenflucht der Burgmauer.Er verteidigt zusammen mit dem Kürschnerturm und der vorgelagerten Fleischerbastei den Nebenzugang zur Burg durch das "Törletor". Aus der 9eckigen Bastei, welche im 17 Jh. errichtet wurde, konnte sowohl der Tor am "Törle" als auch die Stadtmauer zwischen dem Fleischer und dem Seilerturm durch flankierendes Geschützfeuer verteidigt werden.
Der Kürschnerturm steht in unmittelbarer Nähe des Fleischerturms, an der Westseite des Schulberges. Das Erbauungsjahr ist nicht bekannt, doch lässt sich die Kürschnerzunft in Schässburg bis zum Jahre 1376 nachweisen. Auch dieser Turm wurde bei der Brandkatastrophe im Jahr 1676 zerstört, doch bald wieder aufgebaut. Der Turm steht vor der Aussenflucht der Ringmauer, hat vier Geschosse mit ungleichen Geschosshöhen.
Über den Weberturm gibt es leider wenige Informationen, Bilder schon gar nicht, da dieser Turm 1858 abgetragen wurde. Sein Baumaterial wurde zum Pflastern der Burg und bei anderen Bauten verwendet. Angeblich wurde dieser Turm lange Zeit als Militärgefängnis benutzt.
Der Schneiderturm ist ein Torturm (Hinteres Tor) und schützte die Zufahrt zur Burg an der Nord-Westseite. Das Erdgeschoss dieses Turmes gleicht dem Erdgeschoss des Stundturmes. Deshalb kann man annehmen das beide Erdgeschosse im 14. Jh. errichtet wurden. 1676 Zerstörung des Obergeschosses durch den grossen Brand Schässburgs. Beim Wiederaufbau wurde die nordöstliche Tordurchfahrt zugemauert; später wieder dem Verkehr geöffnet.
Vom Zinngießerturm steigt die Mauer in süd-westlicher Richtung steil bis zur rechten Seite des Josef Haltrich Gymnasiums an und reicht bis zum oberen Plateau des Berges, in dessen süd-westlicher Ecke einst der Goldschmiedeturm stand. Dieser Turm, zusammen mit der 1551 erbauten Bastei Castaldo war ein wichtiger Punkt im Verteidigungssystem der Stadt. Der Turm wurde 1809 vom Blitz zerstört und 1863 abgetragen. An seiner Stelle wurde eine Turnhalle errichtet, die 1935 in eine Totenhalle umgewandelt wurde.
Dieser interessante, altertümliche Turm ist allem Anschein nach auf einem rechteckigen basteiartigen Vorbau der ersten Befestigungsmauer gebaut worden. In seiner heutigen Form stammt der Turm sicher erst aus dem 16. Jh. Beim grossen Brand von 1676 wurde er vom Feuer verschont. Das 4., oberste Geschoss ist das Hauptverteidigungsgeschoss. In dem vorspringenden Mauerwerk befinden sich an allen Seiten des hier 8eckigen Turmes Mauerschlitze zur Verteidigung des Turmfusses. Zur Verstärkung der Verteidigung der Burg an der Südostseite wurde im 16.Jh. die sogenannte Pfarrschanze vor dem Turm gebaut.
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Der Stundturm (Vorderes Tor) mit 4 Ecktürmchen ist das Wahrzeichen der Stadt. Am südöstlichen Rand der Burg erhebt sich der Turm etwa 40 m über dem Niveau des Kokeltales. Die Erbauung erfolgte wahrscheinlich im 14.Jahrh. gleichzeitig mit dem Schneiderturm (Hinteres Tor). Sein Bau als Wehr und Rathausturm unterscheidet sich von allen anderen Türmen der Burg. Im 1.Obergeschoss befand sich bis 1575 die Ratsstube. 1676 wird der Turm samt Glocken und Uhrwerk durch einen grossen Brand zerstört, jedoch bis 1677 wieder aufgebaut. 1908 wird ein modernes Uhrwerk für die Turmuhr eingebaut.
Erbaut wurde der Turm 1631 an Stelle des abgetragenen Barbierturmes.Er wurde wie andere Türme bei dem Brand von 1676 zerstört und wieder aufgebaut. Der Schmiedturm steht am steilen Süd-Osthang des Burgplateaus, vor der Aussenflucht der Burgmauer. Auf einem trapezförmigen Grundriss erheben sich zwei Verteidigungs- geschosse mit Zugang an der Bergseite. Der Turm diente nicht bloss der Verteidigung, sondern seine Räume wurden auch als Rüstkammer für Waffen und Kriegsgerät verwendet.
Der Schusterturm steht an dem steilen Nordhang des Burgplateaus. Genaue Daten bezüglich des Baujahres fehlen. Die Zunft der Schuster wurde im Jahr 1411 zum erstenmal urkundlich erwähnt. 1615 wird im Inneren des Turms eine durch Pferde angetriebene Getreidemühle errichtet. 1676 Zerstörung des Turms durch den grossen Brand und eine Explosion des im Turm aufbewahrten Pulvers. 1681 wird der Turm neu aufgebaut, Waffen und Munition werden darin aufbewahrt. Das sechseckige Zeltdach des Turmes trägt heute noch an der Bergseite ein Beobachtungs- türmchen. Es diente zur besseren Beobachtung des Geländes ausserhalb des Mauerringes und zur Erleichterung der Befehlsübermittlung innerhalb der Befestigung.